Die Begründung der Optischen Industrie in Jena

Foto: Historische Werkstatt (Optisches Museum)

1846 eröffnet der Mechaniker Carl Zeiß in Jena ein „Atelier für Mechanik“ und beginnt 1847 mit der Herstellung von Mikroskopen. Zeiß erkennt frühzeitig, dass im Zeitalter der aufstrebenden Mechanisierung und industriellen Fertigung die Zusammensetzung optischer Systeme durch Probieren („Pröbeln“) überholt ist. Für die Herstellung leistungsfähiger Mikroskope ist die Verbindung von Wissenschaft und Produktion zur Notwendigkeit geworden.

1866 gewinnt Zeiß den Physiker Ernst Abbe zur Mitarbeit. Abbe entwickelt die Beugungstheorie der mikroskopischen Abbildung und begründet 1871-1872 gemeinsam mit Zeiß den wissenschaftlichen Mikroskopebau. Aus Abbes theoretischen Grundlagen erwächst die Forderung nach neuen optischen Gläsern mit speziellen Eigenschaften. In Zusammenarbeit mit dem Chemiker Otto Schott werden die wissenschaftlichen Voraussetzungen zu deren Herstellung geschaffen.

Die konstruktive Zusammenarbeit des Triumvirats legt den Grundstein für die Entwicklung der Optischen Industrie in Jena. Die Ausstellung des Optischen Museums gibt Einblicke in das Leben der drei Persönlichkeiten. Im Nachbau der „Historischen Zeiss-Werkstatt um 1866“ wird das 19. Jahrhundert wieder lebendig. Dargestellt werden die Entwicklungslinien optischer Instrumente wie Fernrohre, Ferngläser, Mikroskope, Sehhilfen und die Foto- und Planetariumstechnik. Zum Ausprobieren laden Sehtests und Bilderwelten ein.

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