Der Himmel auf Erden

Wie Jena die Geschichte der Planetarien prägte

Das ZEISS Planetarium in Jena (Mit freundlicher Genehmigung der Sternevent GmbH)

Das Zeiss-Planetarium in Jena wurde am 18. Juli 1926 eröffnet und ist damit das betriebsälteste der Welt. Durch seine neue Projektionstechnik von ZEISS gehört es heute gleichzeitig zu den modernsten Planetarien weltweit.

Eine frühe Idee, einen künstlichen Sternhimmel zu erzeugen, gab es  im 17. Jahrhundert in Schleswig-Holstein. In einem riesigen Globus mit drei Metern Durchmesser konnten bis zu zwölf Personen im Kerzenlicht schimmernde, vergoldete Nagelköpfe an der Decke bewundern. Diese waren den Sternkonstellationen am Nachthimmel nachempfunden.

Vermutlich von dieser neuen Technik angeregt, baute der Jenaer Gelehrte Erhard Weigel 1661 auf dem Dach des Jenaer Schlosses ein ähnliches Gerät auf. Löcher in der Außenwand einer 5-Meter-Kuppel stellten hier die Sterne dar.

1913 wandte sich auch Oskar von Miller, der Gründer des Deutschen Museums in München,  wegen der Fertigung einer „drehbaren Sternkuppel“ an Dr. Walther Bauersfeld bei Carl Zeiss in Jena.  Die Idee, eine  große, schwere Kuppel mit den Sternen zu bewegen, schien aber nicht realisierbar. Bauersfeld wollte stattdessen die Sternbewegung unabhängig gestalten und konstruierte ein Gerät auf der Basis optisch-mechanischer Lichtprojektion. Der erste Projektor von ZEISS strahlte mithilfe von 31 Projektoren 4500 Sterne an das Innere der Kuppel. 1923 lief damit eine erste Vorstellung in München.

In Jena entwickelte ZEISS den Projektor weiter und installierte einen Versuchsprojektor auf dem Dach des Werks – auch für öffentliche Vorführungen. Von August 1924 bis Januar 1926 besuchten fast 80.000 Menschen dieses „Wunder von Jena“. Wegen der großen Nachfrage wurde daraufhin das heutige Zeiss-Planetarium errichtet.

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