Eingefangenes Licht aus dem All

Wie das Tautenburger Teleskop Licht fremder Welten einfängt

Foto: Das Alfred-Jensch-Teleskop schaut zum Mond (Mit freundlicher Genehmigung von Christian Högner, Thüringer Landessternwarte Tautenburg)

In Tautenburg, einem kleinen Ort knapp 15 Kilometer nordöstlich von Jena, steht seit 1960 das größte optische Teleskop Deutschlands. Das nach dem ZEISS Konstrukteur benannte Alfred-Jensch-Teleskop ist das wichtigste Beobachtungsinstrument der Thüringer Landessternwarte und ein Universaltalent: Es kann in drei verschiedenen optischen Konfigurationen benutzt werden.

Das Teleskop besteht sowohl aus Spiegeln, als auch aus Linsen. Herzstück ist ein Spiegel mit zwei Metern Durchmesser, der das einfallende Licht für die Beobachtung sammelt.

Im sogenannten Schmidt-Modus ist das Teleskop besonders gut zum Fotografieren astronomischer Objekte geeignet. Durch eine speziell geschliffene Korrekturlinse an der Öffnung des Teleskops werden außerdem Abbildungsfehler verringert. In dieser Einstellung ist das Tautenburger Teleskop das größte Schmidt-Teleskop der Welt.

Neben diesem Aufbau kann man das Beobachtungsinstrument auch für die Spektroskopie verwenden. Dabei wird das Licht der Sterne in seine Bestandteile, zerlegt, um mehr über deren chemische Zusammensetzung zu erfahren. Sogar für das Auffinden von Planeten um andere Sterne ist dieser Modus des Teleskops nützlich.

Als die Idee für den Bau des Teleskops entstand, hatte es zuvor noch kein Gerät dieser universellen Bauart gegeben. Hans Kienle, Direktor des Astronomischen Observatoriums in Potsdam, vergab 1949 den Auftrag an ZEISS. Elf Jahre vergingen bis zur ersten Beobachtung in Tautenburg, bei der unsere Nachbargalaxie Andromeda fotografiert wurde.

Seit dem hat das Thüringer Teleskop immer wieder maßgeblich zur modernen astronomischen Forschung beigetragen.

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Mehr Informationen zum Thema: Die Thüringer Landessternwarte in Tautenburg