Große Entdeckungen im Daumenkino

(Klein)Planet Pluto mit Blinkkomparator von ZEISS entdeckt

Foto: Klassischer ZEISS Blinkkomparator (Quelle: ZEISS)

Als der Physiker Carl Pulfrich 1904 bei ZEISS seinen sogenannten Blinkkomparator entwickelte, ahnte er nicht, wie viele wichtige astronomische Entdeckungen mit seiner Erfindung gemacht werden würden.

Das Gerät ermöglicht, zwischen zwei Fotoaufnahmen schnell zu wechseln. Das ist vergleichbar mit einem Daumenkino – allerdings nur mit zwei Bildern. Zeigen beide Abbildungen beispielsweise den gleichen Himmelsausschnitt zu verschiedenen Zeiten, kann man Veränderungen zwischen den Aufnahmen leichter erkennen. So werden vor allem Bewegungen und Helligkeitsschwankungen von Himmelsobjekten sichtbar.

Mit der bei ZEISS entwickelten Technik entdeckte Henrietta Swan Leavitt 1912 den Zusammenhang zwischen der Helligkeitsänderung bestimmter Sterne und ihrer Leuchtkraft. Je langsamer die Helligkeit eines Sterns sich ändert, desto mehr Strahlung gibt er ab. Von dieser Strahlung kommt aber nicht alles auf der Erde an. Vergleicht man die errechenbare Gesamtstrahlung mit jener, die noch auf der Erde gemessen wird, kann man aus der Differenz die Entfernung der Erde zu dem Stern bestimmen. Mit dieser Methode ermittelte Edwin Hubble später erstmals die Entfernung zu unserer Nachbargalaxie Andromeda.

Die wohl berühmteste Entdeckung mit einem Blinkkomparator von ZEISS wurde 1930 gemacht: Der junge Forschungsassistent Clyde Tombaugh entdeckte am Lowell Observatorium in Arizona (USA) den damals neunten Planeten Pluto. Dazu verglich er zwei Fotos, die er am 23. und 29. Januar desselben Jahres aufgenommen hatte. Er stellte fest, dass sich einer der vermeintlichen Sterne gegenüber den anderen bewegte. Das ist typisch für Planeten.

Durch den zunehmenden Einsatz von digitaler Fototechnik hat der Blinkkomparator mittlerweile weitestgehend an Bedeutung verloren. Heute wird er fast nur für Archivrecherchen verwendet oder steht im Museum.

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