ZEISS investiert über 300 Millionen Euro in Jena

Herausragende Bedeutung für die Entwicklung des Hightech-Standortes Jena

ZEISS-Werk in Jena-Göschwitz. Foto. JenaWirtschaft

Wie heute bekannt wurde, investiert ZEISS mindestens 300 Millionen Euro in den neuen Standort des Unternehmens auf einer rund acht Hektar großen Fläche auf dem Areal der SCHOTT AG. Bis 2023 werde die Summe investiert und die in Jena ansässigen Sparten Medizintechnik, Mikroskopie und Halbleitertechnik in einer Hauptniederlassung zusammengeführt, teilte der ZEISS-Vorstandsvorsitzende Michael Kaschke heute mit. Zusammen mit Thüringens Wirtschaftsminister Tiefensee und Jenas Oberbürgermeister Schröter stellte ZEISS die genauen Planungen vor (Link: Pressemitteilung ZEISS).

Größte privatwirtschaftliche Investition in die Hightech-Industrie Jenas

„Die Entscheidung der Carl Zeiss AG für die Investition in den Standort Jena ist mit deutlichem Abstand die größte privatwirtschafliche Investition im Hightech-Bereich der letzten Jahrzehnte; ein absoluter Glücksfall für die Stadt und ihre Bewohner“, erklärt Wilfried Röpke, JenaWirtschaft Geschäftsführer.  „Der Wachstumsschub für die Hightech-Branche und die Digitale Wirtschaft ist enorm und wird die Entwicklung Jenas maßgeblich prägen. Zum Vergleich: die jährlichen Investitionen durch die Hightech-Industrie umfassen etwas über 70 Mio. Euro. ZEISS investiert also das fünf- bis sechsfache“. Mit über 2000 Beschäftigten, einem Anteil von 23 Prozent aller Beschäftigten in der Hightech-Branche, ist ZEISS der größte Arbeitgeber in diesem zukunftsrelevanten Bereich. In den kommenden Jahren will das Unternehmen die Mitarbeiterzahl auf 2500 erhöhen.  

In unmittelbarer Nachbarschaft der hochkarätigen Jenaer Forschungszentren,  darunter das erst kürzlich eröffnete DLR-Institut für Datenwissenschaften, die Forschungsinstitute am Beutenberg-Campus und das Abbe Center of Photonics, können Wirtschaft und Wissenschaft ihre Zusammenarbeit intensivieren und die Entwicklung Jenas in den Kompetenzfeldern Optik & Photonik, Gesundheitstechnologie und Präzisionstechnik fördern.

 

Wertschöpfung in Jenas Kernkompetenzen und in der gesamten Region

Die ökonomische Struktur Jenas und der Region wird durch die enge Verzahnung von Friedrich-Schiller-Universität, Ernst-Abbe-Hochschule, Universitätsklinikum, Forschungsinstituten und der Jenaer Optikindustrie maßgeblich geprägt. In mehr als 75 Hightech-Unternehmen (größer 20 Mitarbeiter) arbeiten über 9.000 Beschäftigte an individuellen Lösungen für anspruchsvolle Anwender. Zahlreiche Unternehmen der Region sind qualifizierte Zulieferer von ZEISS, was wiederum Arbeitsplätze in der Region sichert und generiert.

Große Chancen mutig nutzen

Der Erfolg im internationalen Wettbewerb zeigt eindrucksvoll das Potential und die Durchschlagskraft der Jenaer Wirtschaft. Gleichzeitig werden mit der Investitionsentscheidung weitreichende Ansprüche an den Standort gestellt. „Die heutige Verkündung ist als Startpunkt zahlreicher Entwicklungen zu verstehen, die in Summe zur optimalen Entfaltung des Chancenpotentials führen. Dabei sind sämtliche wirtschaftspolitischen und gesellschaftlichen Themen einzubeziehen“, gibt Röpke einen Ausblick.

So wirkt sich die Investition positiv auf den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft aus, führt zu einem weiteren Anstieg der Erwerbstätigenzahlen in Jena und begünstigt den Wissenschaftsstandort Jena. Fragen der Stadtentwicklung, darunter die Förderung von Wohnbauflächen und Mobilität sowie aktuelle Investitionspläne sind neu zu denken. Angesichts niedriger Leerstandsquoten im Büromarkt (3,2% in 2017) und der starken Bautätigkeit in den Gewerbegebieten ist die Entwicklung neuer Gewerbe- und Büroflächen weiter voranzutreiben. Zwar ergeben sich Flächenpotentiale an den bisherigen ZEISS-Standorten in Lichtenhain und Göschwitz, die in Kooperation mit der LEG Thüringen gehoben werden sollen. „Um die Wachstumsimpulse durch die Investition optimal zu nutzen und auch Anschlussentwicklungen in den Branchen Optik/Photonik, Gesundheitstechnologie und Digitale Wirtschaft und anderen Wirtschaftszweigen Raum zu geben, sind die Entwicklungen von weiteren Büro- und Gewerbeimmobilien sowie Gewerbebauflächen weiterzuverfolgen“, so Röpke.

Auch die Anforderungen im Bildungs- und Fachkräftebereich werden durch die Entwicklungen auf eine neue Ebene gehoben. Dem steigenden Bedarf nach Absolventen der Hochschulen und Berufsbildenden Schulen, insbesondere aus den MINT-Fächern, stehen der demografische Wandel und der nationale und internationale Wettbewerb gegenüber. „Zweifelsohne gewinnt der Standort durch ZEISS als herausragender Repräsentant des international anerkannten Optik- und Photonikzentrums Jena an Attraktivität. Bei der Sicherung von Fachkräften am Standort muss Jena aber weitere Schritte im Bereich Internationalisierung und Qualifizierung gehen. Das MINT-Bildungskonzept der Stadt zeigt Maßnahmen auf. Hier kommt es insbesondere auf die Verbesserung der Personalausstattung  in den MINT-Bereichen von Schulen, den Ausbau von außerschulischen Angeboten wie die des Vereins witelo (Initiator ZEISS) und eine fundierte Berufsorientierung an. “